Wie lagert man Holzpellets richtig?

Die geeignete Lagerung von Holzpellets für Zentralheizungen ist abhängig vom jeweiligen Haustyp und Platzangebot. Darüber hinaus sind bei der Planung eines Pelletlagers die Besonderheiten der Befüllung des Lagers und die Beförderung der Pellets vom Lager zum Kessel zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist die Lagerung in den folgenden Lagersystemen möglich:

  • Silo
  • Schrägbodenlagerung
  • Erdtank

Silo

Silos sind industrielle Lagerbehälter, die speziell für die Lagerung von Holzpellets angefertigt werden. Sie können im Keller eines Hauses sowie draußen, vor Umwelteinflüssen geschützt, aufgestellt werden. Der Einsatz der platzsparenden Silos eignet sich daher insbesondere, wenn wenig Raum für die Lagerung zur Verfügung steht.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Sacksilos und Plastik- oder Metallsilos. Sacksilos (auch Textilsilos genannt) bestehen aus einem reißfesten, flexiblen und staubdichten Gewebesack, der in einem Gestell aufgehängt ist.  Diese Lagersysteme haben eine Füllkapazität von bis zu 7 Tonnen. Vorteilhaft sind der einfache Transport und Aufbau. Lediglich die aufwendige Reinigung der Sacksilos ist nachteilig. Feste Silos aus Kunststoff oder Metall werden in Einzelteilen geliefert und vor Ort montiert. Sie sind in Größen für Einfamilienhäuser sowie als Großbehälter für gewerbliche Gebäude erhältlich.

Schrägbodenlager

Bei der Errichtung eines Schrägbodenlagers wird ein Raum im Haus, i.d.R. ein Kellerraum, zu einem Pelletlager ausgebaut. Zum Beispiel ist es möglich, den Tankraum zu einem Lagerraum umzubauen. Verbraucher, die bisher mit Öl geheizt haben, benötigen in etwa dieselbe Fläche für die Lagerung der Holzpellets. Basis des Lagersystems bilden zwei Schrägböden, die dafür sorgen, dass die Pellets zum Austragungssystem (Förderschnecke oder Saugsystem) rutschen. Die individuell erstellten Lagerräume sind in vielen Fällen die kostengünstigste Alternative für ein Pelletlager. Allerdings ist eine gewissenhafte Planung des Baus, insbesondere bezüglich des Lagervolumens, vorab unbedingt zu empfehlen. Ein durchschnittlich isoliertes Haus mit einer Wohnfläche von  150 m2 benötigt z.B. ein Pelletlager mit 5 bis 6 m2 Lagerraum, was etwa 4 Tonnen Pellets fasst und so den Jahresbedarf für ein durchschnittliches Einfamilienhaus deckt.

Erdtank

Erdtanks sind unterirdische Pelletlager, die beispielsweise im Garten vergraben werden können. Die Tanks bestehen aus Stahlbeton und haben besondere Anforderungen, hinsichtlich der absoluten Dichte gegen Feuchtigkeit und eindringendes Wasser sowie der Sicherung gegen Auftrieb (Grundwasserspiegel), zu erfüllen. Die Füllhöhe des Lagers kann mit Hilfe von Sensoren ermittelt werden. Erdtanks eignen sich insbesondere, wenn wenig Platz für die Lagerung zur Verfügung steht.

Befüllung des Pelletlagers

Holzpellets werden per Silowagen geliefert und über einen Pumpschlauch in den Lagerraum bzw. Lagerbehälter eingeblasen. Die Pumpschläuche sind etwa 30 Meter lang, so dass der Befüllanschluss höchstens 30 Meter von der Hauszufahrt entfernt sein darf. In der Nähe des Befüllanschlusses sollte sich ein Stromanschluss mit 230 Volt befinden, damit parallel zum Einblasvorgang die für den Einblasvorgang erforderliche Förderluft sowie der entstehende Staub abgesaugt werden können. Das Lager sollte vor jeder Lieferung entleert und ausgefegt werden.

Raumaustragungssysteme - der Weg vom Lager zum Kessel

Raumaustragungssysteme sind technische Einrichtungen, die für die automatische Beförderung der Holzpellets vom Lager zum Kessel sorgen.  Die Zuführung der Pellets erfolgt entweder über Förderschneckensysteme oder durch Saugsysteme (pneumatische Zufuhrsysteme mit Druckluft). Für die Verwendung von Förderschnecken ist es notwendig, dass sich der Lagerbehälter bzw. der Lagerraum in unmittelbarer Nähe zum Pelletskessel befindet, da die Reichweite von Förderschnecken begrenzt ist. Sofern vertikale oder längere Distanzen überwunden werden müssen, also das Lager nicht direkt an den Heizungskesselraum angrenzt, bieten sich Saugsysteme an.  Saugsysteme können Entfernungen von bis zu 25 Metern überwinden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass das Lager und das Austragungssystem mit dem Kessel kompatibel sind.

Folgende Hinweise sind bei Pelletlagern grundsätzlich zu beachten

  • Holzpellets sind unbedingt trocken zu lagern. Auch beim Transport sind die Pellets vor Feuchtigkeit zu schützen.
  • In einem optimalen Lager können Holzpellets ohne Qualitätsverlust über Jahre gelagert werden.
  • Um das Risiko, dass der Brennstoff doch einmal feucht wird, zu minimieren, ist eine Lagerung über 2 Jahre hinaus jedoch nicht zu empfehlen.
  • Um Pellets optimal zu lagern, sollten Sie Ihren Heizungsbauer in die Planung Ihres Lagers einbeziehen.
  • Pelletlager müssen belüftet werden.
  • Achten Sie stets auf eine ordnungsgemäße Befüllung Ihres Lagers.